Pastoralraum Hardwald am Rhy Birsfelden, Muttenz, Pratteln/Augst, Missione Cattolica Italiana 

Römisch-katholische Pfarrei Muttenz

Johannes Maria Vianney (Pfarrer von Ars)

Sekundarstufe E + P

Projekttag der 8. Klässler zum Thema „Gewalt“

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Bereits seit mehreren Jahren setzen sich die Jugendlichen im ersten Semester, am Relitag, mit dem Thema „Gewalt“ auseinander. Tagtäglich erhalten auch sie Informationen durch die Medien und müssen damit umgehen. Was ist eigentlich erlaubt und was geht gar nicht? Nachdem wir uns verschiedene Begriffe angeschaut und diskutiert haben, stellten wir fest, dass viele Ausdrücke ein „Stopp“ verlangen: Beleidigung, Berührung, Mobbing, Alkohol, Messer, Pistole etc., viele Sachen gehen gar nicht: Erpressung, Diebstahl, Mord… Wir schauten uns auch die verschiedenen Konsequenzen an, die ein Straftäter erwarten muss. Knast oder Jugendheim? Die Dokumentation über das Arbeits- und Erziehungsheim „Arxhof“ stellte uns vor die Frage, was denn besser sei?

Wie kommt denn nun die Religion ins Spiel? Kennen wir Geschichten aus der Bibel wo Gewalt vorkommt? Die Jugendlichen sammelten verschiedene Stellen: Brudermord Kain und Abel; Arche Noah; Moses, Ausrottung fremder Nachbarvölker Israels bis zur Kreuzigung Jesu die unwahrscheinlich brutal und gewalttätig war. Gerade ihm wurde so eine grosse Ungerechtigkeit zugefügt, obwohl er uns an vielen Beispielen gezeigt hat, dass es auch anders gehen kann? Wir schauten uns Sätze aus der Bergpredigt an wie z.B. „Selig, die Frieden stiften, denn sie werden Söhne Gottes genannt werden“ (Math. 5,9) oder „Selig die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, denn sie werden satt werden“ (Math. 5,6).

Die Jugendlichen stellten fest, dass wenn sich nur mehr Menschen an die Goldene Regel: „Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen (Math. 7,12)“ halten würden, die Welt anders aussehen könnte.

Im Laufe der Geschichte haben Menschen immer wieder versucht danach zu leben. Die Jugendlichen sollten herausfinden wer folgendes gesagt hat: „Ich könnt ein Christ sein, wenn die Christen nur so leben wollten, wie Jesus es in der Bergpredigt sagt, wenn sie nur eins wären: Sanftmütig! Keine Gewalt, nicht schlagen, nicht schiessen, nicht töten. Damit erreicht man gar nichts. Nur schlimmere Gewalt. Was wir erreichen wollen, das müssen wir mit freundlichen Mitteln erreichen, mit Sanftmut.“ Sie fanden schnell heraus, dass es sich um Gandhi handelt!
Die Zeilen von Martin Luther King: „Gewaltloser Widerstand ist kein Methode für Feiglinge“ wurde ebenfalls näher diskutiert und dass sein Traum „I have a dream“ wahrgeworden ist!
Beim näheren überlegen wurde den Jugendlichen klar, dass die vielen Heiligen aus unserer Kirche z. B. Franz von Assisi uns auch heute noch ein Vorbild sein können. Es wurden auch Sänger und Sängerinnen sowie Sportler und Sportlerinnen erwähnt, die sich für eine bessere Welt mit Ihrer Arbeit einsetzen.

Zum Abschluss in der Kirche erfuhren die Jugendlichen, dass es viele Bibelstellen im neuen Testament gibt, die uns auch heute noch eine Hilfe sein können. Wir zündeten für unsere Anliegen eine Kerze an und schlossen mit dem Gebet vom hl. Franz von Assisi ab:

„Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst,
dass ich verzeihe, wo man beleidig,
dass ich verbinde, wo Streit ist,
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist,
dass ich den Glauben bringe, wo Zweifel droht,
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält,
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert,
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr lass mich trachten,
nicht dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste,
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe,
nicht das sich geliebt werde, sondern, dass ich liebe.
Denn wer sich hingibt, der empfängt.
Wer sich selbst vergisst, der findet.
Wer verzeiht, dem wird verziehen,
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen leben. Amen.“

Nachdem wir uns mit einer leckeren Pizza im Rest. Rennbahn gestärkt hatten, empfing uns Daniel Sollberger von der Jugend- und Präventionspolizei Basel-Stadt im Spiegelhof. Ihr Ziel ist es, präventiv Gewalt- und Straftaten von Kindern und Jugendlichen zu verhindern sowie vor den Gefahren von Alkohol, Drogen, Internet und Handy zu warnen. Sie sucht das Gespräch mit den Jugendlichen, und will so Probleme lösen, bevor sie eskalieren. Die zwei Stunden vergingen wie im Fluge. Die Jugendlichen waren sehr interessiert und stellten dem Team viele Fragen.

Auf Wunsch von ein paar Jugendlichen kreierten sie spontan

mit der Polizei eine „Mannequin Challenge“:

AM Nov. 2016

 

 

Projekttag der 8. Klässler zum Thema „Hoffnung“

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„Bitte hör nicht auf zu träumen, von einer besseren Welt“  so der Song von Xavier Naidoo zum Einstieg in den Projekttag der 8. Klässler vom 21. und 28. März 2014. Dieser Song knüpft an die Worte von Martin Luther King, von dem die Jugendlichen am letzten Projekttag zum Thema „Gewalt“ gehört haben, an: „ I have a dream….“ und dieser Traum, seine Hoffnung, dass Schwarze und Weisse einmal gleichberechtigt sind,  hat sich verwirklicht.

Tagtäglich hoffe ich auf etwas, z. B. dass morgen schönes Wetter ist, dass ich gute Schulnoten erhalte, eine tolle Lehrstelle finde…. etc…

Wir finden im Internet unendlich viele Zitate über die Hoffnung: z. B. :

Die lächerlichsten und die kühnsten Hoffnungen sind manchmal die Ursache ausserordentlicher Erfolge gewesen.

Christus steht nicht hinter uns als unsere Vergangenheit, sondern vor uns als unsere Hoffnung.

Jedes Kind ist ein Zeichen der Hoffnung für diese Welt.

Ich glaube es, weil ich es hoffe

Es ist ein Wunder, dass ich all meine Hoffnungen noch nicht aufgegeben habe, denn sie erscheinen absurd und unerfüllbar. Doch ich halte daran fest, trotz allem, weil ich noch stets an das Gute im Menschen glaube.“ Anne Frank

Jesus Christus aber, unser Herr und Gott, unser Vater, der uns seine Liebe zugewandt und uns in seiner Gnade ewigen Trost und sichere Hoffnung geschenkt hat, tröste euch und gebe euch Kraft zu dem guten Werk und Wort (Thessalonicher 2, 16-17).

Nachdem sich die Jugendlichen überlegt haben, was für sie Hoffnung bedeutet und wo sie erkennbar ist,  befragten Sie in Muttenz verschiedene Generationen, was ihrem Leben Sinn gibt, welche Hoffnungen sie für die Zukunft hätten und ob der Glaube und die Hoffnung zusammenhängen.

Sie haben dadurch erfahren,  dass die Wünsche, Träume und Hoffnungen nicht vom Alter abhängig sind und dass junge und alte Menschen ähnliche Hoffnungen in ihrem Herzen tragen. Auch kommt es immer jeweils auf die eigene Lebenserfahrung, den Glauben und die Einstellung drauf an.

Folgend ein paar Ausschnitte verschiedener Aussagen:

„Hoffnung heisst für mich, dass ich auch in einer schwierigen oder stressigen Situation den Glauben daran nicht verliere, dass doch alles gut kommt. Für mich gibt es immer die Möglichkeit, dass die Zukunft wieder besser wird und das Leben gut weiter verläuft. Heute habe ich noch keine wirklich schwerwiegenden Problem, mit denen ich zurechtkommen muss. Wenn ich dann aber älter bin, vielleicht eine Familie und Kinder habe, wird das Leben vermutlich nicht mehr so sorgenfrei verlaufen. Als alter Mensch werde ich vielleicht sogar Hoffnung mit dem Tod in Verbindung bringen, weil ich möglicherweise sehr krank und damit sehr eingeschränkt sein werde. Dann mache ich mir vielleicht auch mehr Gedanken über Gott und das Leben nach dem Tod. „ (Martina, 22 Jahre)

„Mein positives und hoffnungsvolles Denken hat enorm viel zu tun mit meinem Glauben.  Religion macht mich auch zu einem liebevolleren und engagierteren Menschen.“ (Carolyn, 70 Jahre)

„Auf das ganze Leben bezogen sehe ich mich als Menschen mit viel Hoffnung. Sie hat mich schon immer begleitet. Eigentlich sehe ich sie als etwas, das man einfach hat, als einen Weg, sein Leben zufrieden zu führen. Ein Symbol für Hoffnung stellen für mich die Berge dar. Dort fühle ich mich frei von allem und schon nur der Anblick gibt mir das Gefühl von vielen Möglichkeiten und Weite. Ich denke aber schon, dass sich die Hoffnung über verschiedene Lebensabschnitte hinweg verändert, da sich auch das Leben an sich durch Veränderungen auszeichnet. Zum jetzigen Zeitpunkt hoffe ich, gesund zu bleiben und jeden Morgen aufstehen zu können.  Und ich erfreue mich an den Unterhaltungen und den Erlebnissen mit meinen Kindern, Enkeln und Urenkeln. Früher aber wünschte ich mir für meine Zukunft, dass ich meine Familie eine finanzielle Sicherheit bieten  konnte.“ (Chrstian,  81. Jahre)

 

Die Jugendlichen hörten auch von Lebenssituationen, die sehr schwierig sind. Hier braucht es engagierte Menschen, die sich für eine hoffnungsvollere Zukunft einsetzen. (z. B. Pater Georg Sporschill SJ, Strassenkinder von Rumänien oder Ausschnitt aus:  gemachte Armut).

Zum Zeichen der Oekumene starteten wir den „Weg der Hoffnung“ in der Reformierten  Dorfkirche, den wir zum Abschluss unseres Themas miteinander begingen.

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Aus Anlass des Jahrtausendübergangs realisierten die verschiedenen christlichen Kirchen in Muttenz diesen besonderen Weg. Er  ladet zum Nachdenken ein. Themen aus dem Menschsein und aus dem menschlichen Erleben bilden die einzelnen Stationen. Diese wurden von Künstlerinnen und Künstlern aus Muttenz entworfen und als Plastiken aus Stein, Holz, Metall, Beton und Keramik verwirklicht.

Auf dem „Weg der Hoffnung“ erfuhren die Jugendlichen, dass uns die Natur  jeden Frühling immer wieder neu zeigt, dass Unmöglicherscheinendes möglich werden kann.

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Auch die Trauer gehört zum Leben. Diese 3. Station zeigt, dass wir immer wieder einmal Orte aufsuchen sollen, wo wir nachdenken können, zur Ruhe kommen, abseits des Alltags um neuen Mut und Hoffnung zu schöpfen. Nicht nur in der Trauerphase ist dies wichtig .

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Besonders eindrücklich ist auch die 5. Station „Hoffnung“. Auf den ersten Blick konnten die Jugendlichen nicht viel mit der Skulptur anfangen. Beim genaueren Betrachten und Überlegen fanden sie aber schnell heraus, dass die Hoffnung hinter dem Horizont zu finden sei.

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Der Weg hat sich gelohnt. Zufrieden und ausgelassen durften wir uns auf dem modernen Wegkreuz ausruhen.

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Anhand verschiedener Aussagen von Menschen hatten die Jugendlichen an diesem Tag die Möglichkeit ihre eigene  Haltung besser kennenzulernen und zu stärken, denn ihre Hoffnung erweitert den Horizont für ihren  weiteren Lebensweg.

AM 6.4.2014

AM 2016